Wandmalerei /Architekturoberfläche |
| Eine unveränderte Wandoberfläche
vorzufinden ist eine Seltenheit. Die historischen Wandmalereien und Wandgestaltungen
in sakralen und profanen Bauten wurden häufig durch zeitgenössische
Bearbeitungen verändert, so dass die Denkmalpfleger und Restauratoren
vor der Herausforderung stehen, den Bestand unter Berücksichtigung
seiner Geschichte – und damit auch seinen Veränderungen –
zu bearbeiten. Dabei sollten Ziele der Konservierung und Restaurierung
die notwendigen denkmalpflegerischen Anforderungen genüge tragen. |
| |
Restaurierungsbeispiel: Kloster Lüne, Lüneburg |
|
|
Vorzustand Die sichtbare Malschicht
zeigt eine monochrome Gewölbe- und Rippengestaltung aus dem 20.
Jahrhundert. Gewiss unterlag diese Farbgestaltung der häufig vertretenen
Vorstellung gotischer Backsteinhallen, sollte allerdings in der nachfolgenden
Bearbeitung farblich nicht verändert werden. Vorgesehen war zunächst
das Beheben der Schäden und die Abnahme der aus konservatorischer
Sicht ungeeigneten Binderfarbe. Ziel war die Neugestaltung mit Kalkfarben.
|
| |
|
|
|
So überraschender war der Fund einer fragmentarisch
erhaltenen Malerei von 1585.
Die Zielsetzung der angelegten Restaurierung musste geändert werden.
Neuer Schwerpunkt war die Wiederherstellung der Erstfassung.
|
| |
|
|
|
Das Detail der Aufnahme zeigt die Rekonstruktion der
Rahmen- und Architekturmalerei; Sie wurde als rekonstruierbar eingestuft.
Figürliche Darstellungen wie z.B. „Tugend“ und „Einhörner“
bleiben als Fragment sichtbar.
|