Um diesen Internetauftritt in seiner "vollen Pracht" sehen und nutzen zu können, müssen Sie Javascript aktivieren!

Start | Über uns | Leistungen | Jobs | News | Kontakt | Anfahrt | Impressum

Untersuchung

Je nach Zielsetzung einer restauratorischen Bearbeitung umfasst die Untersuchung unterschiedliche Bereiche; dazu zählen unter anderem die Erfassung von Objekt- und Restaurierungsgeschichte oder die Werk- bzw. Maltechnik eines Kunstobjektes. Durch das Zusammenführen von historischem Quellenmaterial, Archivrecherchen, naturwissenschaftlichen Materialbestimmungen und sogenannten Farbuntersuchungen am Objekt selbst wird eine Basis geschaffen, die vorhandenen Farbgestaltungen und Erhaltungszustände, aber auch Schadensphänomene erklären zu können.
 

Beispiel: Pigmentbestimmung

Die naturwissenschaftliche Bestimmung von Materialien (Bindemittel und Pigmente) liefert nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Maltechnik eines Kunstgegenstandes sondern beantwortet in vielen Fällen auch Fragen zur Entstehungszeit. Sie ist daher ein wichtiges Instrument in Echtheitsfragen von Gemälden und Wandmalereien.
 
Lüneburg – Kloster Lüne, Barbarakapelle
 
Bleizinngelb wurde zwischen dem 13. Jh. und 1750 als Farbpigment verwendet. Der Nachweis von Bleizinngelb bestätigt, dass die Malerei in der Barbarakapelle vor 1750 entstanden ist.
 

Beispiel: Archivrecherche

Loccum-Rehburg – Kloster Loccum (ehem. Zisterzienserkloster), Lettnerkreuz um 1270
 
Die historische Aufnahme erklärt den unterschiedlich erhaltenen Zustand beider bemalten Kreuzseiten. Das Entfernen der Zierleisten, der Auftrag eines Anstriches und die Montage einer Wandhalterung auf einer der Kreuzseiten macht deutlich, dass das ehemals auf dem Lettner stehende Tafelkreuz eine Funktionsänderung erfuhr und Ende des 19. Jahrhunderts für eine Wandaufhängung verändert wurde. Im Zuge dieser Maßnahme erhielt die sog. Vorderseite eine heute noch vorhandene, zeitgenössische Neugestaltung durch den Maler Georg Bergmann aus Hannover.
 

Beispiel: Schadensursache

Lauenburg – Gemälde von Poppe Folkerts 1897, Privatbesitz
 
bei Pigmenten mit hohem Bindemittelbedarf führt ein zu hoher Ölanteil in der Malschicht zu einem stark ausgeprägten Frühschwundcraquelé. Dieses Schadensphänomen gehört zu einem maltechnischen Schaden und ist nicht rückführbar.